Antifa-Menschenmaterial

In Bad Nenndorf – das liegt wohl in MeckPomm – wollen Nazis demonstrieren. Das schmeckt dem aufgeklärten deutschen Demokraten und ihren radikalen Fans von der Antifa nicht. Die ruft zu Gegenaktivitäten auf und erklärt:

Das Konzept der Massenblockaden bedeutet einen öffentlich angekündigten „Regelverstoß“. Die Teilnahme an dieser Aktion ist außerdem nicht mit großem Risiko verbunden, denn es handelt sich um eine offene Aktionsform, an der jede_r teilnehmen kann.

Das ganz sicher, die Frage ist nur, wie lange. Denn immerhin ist so ein Regelverstoß ein Straftatbestand, auf welchen je nach Situation die Staatsgewalt reagiert. Mit Knüppel oder Gefangenensammelstelle. Sicher kann auch der Naziaufmarsch aufgelöst werden, aber eine Notwendigkeit dafür gibt es nicht.

So soll man also für einen der antifaschistischen Höchstwerte – keine Naziaufmärsche in Deutschland, Nazis raus usw. – also als Material hergeben und im Zweifel für die gute Sache einstecken müssen. Dabei könnte die Zeit für so eine schädliche Aktion so schön genutzt werden für Fragen wie:

1. Wie kommt es dazu, dass in der schönsten aller Demokratien immer wieder neonazistisches Gedankengut in aller Regelmäßigkeit auftaucht?

2. Was ist eigentlich falsch an der neonazistischen Darstellung, dass „alliierte Gewaltherrschaft“ sich einiger SS-Männer habhaft machte und bestrafte?

3. Warum ist es ein „Regelverstoß“, wenn man sich politische Feinde vom Halse halten will. Wieso wird darauf mit Gewalt reagiert?

4. Wer garantiert solche Regeln und was unterscheidet den eigentlich vom Faschismus? Ist der Schluss, letzteren als Lebensaufgabe zu bekämpfen notwendig in dessen Eigenheiten angelegt oder sind diese Eigenheiten keine solchen, sondern auch Inhalt und Zweck der Demokratie?

Fragen über Fragen…